Behinderung ist nicht gleich Behinderung

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Behinderung ist nicht gleich Behinderung

Behinderung ist nicht gleich Behinderung

Der Begriff GdB (Grad der Behinderung) existiert seit 1986. Er wird in 10-er Graden festgestellt und ist folgendermaßen unterteilt:

Als schwerbehindert wird die Person bezeichnet, die lt. dem Sozialgesetzbuch IX § 2 Abs. 2 SGB IX mindestens einen GdB von 50 zugesprochen bekommt. Als behindert gilt eine Person, die einen GdB von 20, 30 oder 40 lt. § 69 Abs. 1 SGB IX. 

Lt. § 2 Abs. 3 SGB IX kann bei einem GdB von 30 oder 40, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen, eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten erfolgen. 

Der GdB ist in der “Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung“, der VersMedV, für zahlreiche Krankheiten aufgeführt. In Bezug auf die GdS-Tabelle (GdS= Grad der Schädigung) ist wichtig zu wissen, dass der GdS identisch ist mit dem GdB. 

Zu einer Behinderung gehören nicht nur die sichtbaren körperlichen Erkrankungen. Auch chronische Erkrankungen aus den Bereichen der Internistik, der Kardiologie, der Neurologie u. a. Medizinischen Fachbereichen sowie seelische oder psychische Erkrankungen können mit einem Behinderungsgrad gemessen werden. Das Gleiche gilt für unterschiedliche Formen der Schwerhörigkeit und schweren Sehbehinderung.

Die Merkzeichen bezüglich eines Behinderungsgrades in der „Anlage zu § 2 VersMedV“ lauten:

G = Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit
B = Berechtigung der Mitnahme einer Begleitperson
aG = Außergewöhnliche Gehbehinderung
GI = Gehörlosigkeit 

Zu den weiteren Merkzeichen, die nicht in der „Anlage zu § 2 VersMedV“ aufgeführt sind, gehören:

H = Hilflos
BL = Blindheit
RF = Ermäßigung von der Rundfunkbeitragspflicht

Welche Nachteilsausgleiche können schwerbehinderte Menschen beispielsweise nutzen?

Vergünstigungen gibt es bei der Einkommens- und Kraftfahrzeugsteuer sowie in der gesetzlichen Sozialversicherung. Bei besonderen Behinderungen greifen die bundeseinheitlichen Regelungen für Parkerleichterungen. Den ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) können Menschen mit einer Schwerbehinderung kostenlos nutzen. Der Rundfunkbeitrag wird erlassen und für Telefonanschlüsse der Deutschen Telekom AG können die Sozialtarife genutzt werden. 

Sind Menschen mit einer Behinderung noch berufstätig, genießen Sie am Arbeitsplatz diverse Vergünstigungen, zu denen auch ein erweiterter Kündigungsschutz und unter Umständen mehr Urlaub gehören. 

Liegt ein hoher Sehbehinderungsgrad vor, kann Blindenhilfe oder Blindengeld beantragt werden. Darüber gibt es zahlreiche Vergünstigungen, die freiwillig zugestanden werden. 

Wie wird der GdB errechnet?

Auf Antrag wird der GdB durch einen ärztlichen Gutachter bemessen. Wenn mehrere gesundheitliche Beeinträchtigungen vor, wird der Gesamt-GdB ermittelt. Die einzelnen Behinderungsgrade werden nicht einfach addiert. Hierbei ist maßgebend, wie sich die bestehenden Funktionsbeeinträchtigungen untereinander und zueinander auswirken. 
Es wird bei der Beurteilung vom höchsten Einzel-GdB ausgegangen, dann wird mit Blick auf die weiteren Funktionsbeeinträchtigungen überprüft, ob und wie weit das Ausmaß der Behinderung zunimmt. 

Bei der Feststellung einer Behinderung geht es immer um ein bestehendes Funktionsdefizit, die vorliegende bzw. zu erwartende Dauer (länger als sechs Monate) und welche Auswirkung die Behinderung auf die „Teilhabe am Leben in der Gesellschaft“ hat. 
In Bezug auf die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ ist es wichtig, bereits bei der Antragstellung die Auswirkungen und Beeinträchtigungen detailliert zu beschreiben und durch Atteste bzw. Gutachten zu belegen. 

Als rechtliche Grundlage für alle Berechnungen gilt die Versorgungsmedizin-Verordnung.
Allerdings sind alle Angaben als Orientierungsrahmen zu verstehen. Die Ermittlung eines GdB erfolgt immer individuell und ist generell im Einzelfall zu erfolgen. 

Unterschied zwischen Grad der Behinderung und Grad der Schädigungsfolgen (früher Minderung der Erwerbsfähigkeit)

Die Bemessung erfolgt jeweils nach den gleichen Grundsätzen. Der Unterschied aber liegt, wie so oft, im Detail. Der GdS bezieht sich kausal auf die Schädigungsfolgen und der GdB bezieht sich final auf alle gesundheitlichen Störungen unabhängig von einer Ursache. 

Zum Inhalt haben beide (GdS und GdB) die Auswirkungen der funktionellen Beeinträchtigungen in ALLEN Lebensbereichen, nicht nur im allgemeinen Erwerbsleben. Es geht somit nicht um die noch mögliche Leistungsfähigkeit. Die Beurteilung erfolgt grundsätzlich fernab vom ausgeübten bzw. angestrebten Beruf. 
Als Ausnahme gilt, wenn bei einer Begutachtung ein besonderes berufliches Betroffensein im sozialen Entschädigungsrecht zu berücksichtigen ist. 

Quellnachweis:

www.volk.de/ov-schopfheim/ID139838?dscc=essenc
https://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/teilhabe_und_behinderung/9216/grad_der_behinderung_gdb?dscc=essenc

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