Blind ist nicht gleich blind

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Blind ist nicht gleich blind

Blind ist nicht gleich blind

Auf unsere Welt bezogen sind etwa 250 Millionen Menschen von offizieller Seite als blind bzw. sehbehindert registriert. Die Dunkelziffer wird wahrscheinlich mit dem Multiplikator drei erreicht. Andererseits gehen weitere Schätzungen davon aus, dass ungefähr 80 % dieser Menschen nicht mit dieser Einschränkung leben müssten. 

Dies würde aber einen anderen Artikel thematisieren. Hier sei dir erklärt, was mit der Aussage „Blind ist nicht gleich blind“ gemeint ist. 

Wenden wir uns den Unterscheidungsmerkmalen zu:

Komplette Erblindung

Diese Erblindungsform, die zum Glück nur sehr selten vorkommt, entsteht, wenn die Verbindung zwischen den Augen und dem Gehirn zerstört ist. Diese Ursache kann durch eine Sehnervschädigung, einen Gehirnschaden oder ein fehlendes Auge verursacht werden. Davon betroffene Menschen sehen gar nichts, noch nicht einmal schwarz.

Partielle Erblindung

Diese Form der „Erblindung“ unterteilt sich in unterschiedliche Formen von noch verbliebenem Sehvermögen. Dieses wiederum ist abhängig vom Niveau der noch vorhandenen Sehstärke und natürlich den Ursachen. 

Diabetes-Patienten leiden häufig an einer diabetischen Retinopathie, die nicht selten mit einer massiven Sehbehinderung verbunden ist. 
Diese Erkrankung der Augen unterteilt sich einerseits in die proliferative Retinopathie und andererseits in das diabetische Makulaödem. 
Die proliferative Retinopathie ist gekennzeichnet von kleinen Punkten im Sichtfeld sowie Problemen beim Sehen im Dunkeln. 
Das diabetische Makulaödem ist an wellenartigen Verformungen und Farbveränderungen zu erkennen. Eine Verschlimmerung dieser Erkrankung gestaltet sich schwierig. Auf jeden Fall müssen konstant Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin kontrolliert werden. 

Die folgenden Augenerkrankungen können über eine leichte und dann schwere Sehbehinderung unter Umständen zu einer Form von Blindheit führen.

Grauer Star (Katarakt)

Der stetige aber meist langsame Verlauf kennzeichnet diese Erkrankung, die eher im fortgeschrittenen Alter auftritt. Als Ursache sind meistens UV-Licht, eine Strahlentherapie oder Medikamente zu nennen. Gekennzeichnet ist die Katarakterkrankung durch einen zunehmend gräulichen oder gelblichen Schleier über dem Sichtbereich.

Makuladegeneration

Liegt eine AMD (altersbedingte Makuladegeneration) vor, bleibt die periphere Sicht erhalten. Andererseits geht im Zentrum des Sichtfeldes die Sehkraft schleichend verloren. Als Ursache müssen neben dem Rauchen genetische Aspekte und ein Mangel an Zeaxanthin und Lutein in Betracht gezogen werden. 

Grüner Star (Glaukom)

Ein Glaukom kann mit einer Tunnelsicht und Verschleierung einhergehen. Als Ursache gilt ein zu hohen Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Um diese Erkrankung frühzeitig zu erkennen, ist die jährliche Augeninnendruckmessung unerlässlich, weil es bis zu den ersten Einschränkungen dieser Art Jahre dauern kann. 

Die Definition des Begriffs Blindheit

Das Vorliegen einer Sehbehinderung in ihrer ausgeprägtesten Form mit einer äußerst geringen oder einem gänzlich fehlendem visuellen Sehvermögen von einem oder von beiden Augen wird als Blindheit bezeichnet. Die Aussichten auf eine Verbesserung werden als sehr gering eingestuft. Auch gibt es ursächliche Erkrankungen, für die ein therapeutischer Ansatz fehlt. Diese gelten als unheilbar. Sind beide Augen betroffen, liegt eine schwere Behinderung vor. Dann besteht lt. der deutschen Gesetzgebung ein grundsätzlicher Anspruch auf Blindengeld. 

Wie erfolgt die Einstufung?

Seitens der Gesetzgebung wird zwischen drei Gruppen von blinden bzw. sehbehinderten Menschen unterschieden:

Als „blind“ gilt der Mensch, wenn der Visus (die Sehschärfe) höchstens 0,02 = 2 % beträgt oder das Gesichtsfeld auf 5 Grad oder weniger eingeschränkt ist. Liegen andere Beeinträchtigungen vor, die entsprechend den „Richtlinien der DOG (der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft) einer Blindheit gleich zu achten sind“, gilt ebenfalls der Blindenstatus. 

Liegt die Sehschärfe zwischen 0,02 (2 %) und 0,05 (5 %) ist von einer hochgradigen Sehbehinderung die Rede. Dies gilt auch für entsprechend andere Sehstörungen.

Besteht nur noch eine Sehschärfe zwischen 0,05 (5 %) und 0,3 (30 %) liegt eine Sehbehinderung vor. Auch für entsprechend andere Sehstörungen gilt dies. 

Es muss bei allen Beurteilungen berücksichtigt werden, dass es sich bei einer (schweren) Sehbehinderung und einer Blindheit nicht immer um stabile Zustände handelt. Es können kurze, lange und manchmal sogar lebenslange Prozesse vorliegen. Die Grenzen, die eine solche Einschränkung, ganz gleich welchen Ausmaßes mit sich bringt, sind fließend. 

https://www.gesunder-koerper.info/krankheitsbilder/blind-ist-nicht-gleich-blind/ 
https://de.wikipedia.org/wiki/Blindheit 
https://www.bsvw.org/sehbehindert-oder-blind.html

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