Buchempfehlungen für Angehörige und Pädagogen

Bilder im Kopf - Daniel Kish

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Buchempfehlung für Eltern blinder Kinder
©Chris Ley

BILDER IM KOPF

Klick-Echoortung für blinde Menschen

Sei es bewusst oder unbewusst, aber die meisten von uns blinden Menschen sammeln sehr viele nützliche Informationen der uns umgebenden Echos, die von Gegenständen reflektiert werden. Daniel Kish hat dieses Phänomen der Echoortung eingehend erforscht und eine effektive Lehrmethode zum Training blinder Kinder entwickelt. Daniel Kish ist Mitbegründer und Präsident der in Kalifornien beheimateten Organisation „World Access for the Blind“, die sich die Entwicklung innovativer Ansätze zur Verbesserung der Teilhabe blinder Menschen zum Ziel gesetzt hat. Er absolvierte den Master of Arts in Psychologie und Sonderpädagogik und ist zertifizierter Lehrer für Orientierung und Mobilität.

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INHALTSVERZEICHNIS

1. Brief einer Mutter

2. Über diesen Lehrgang

3. Überlegungen zur Wahrnehmungsentwicklung

4. Überlegungen zum Klick-Sonar

5. Schallsignalgabe

6. Notwendige Materialien

7. Methoden des Unterrichtens

8. Herstellung einer Verbindung zwischen orientierungsrelevanten Bezugspunkten

9. Gegenstände bewältigen

10. Bestimmen von Eigenschaften und Bestandteilen

11. Umweltbezogene Abfolgen / Szenenanalyse

12. Dynamische Umweltinteraktion (Selbstorientierung)

13. Gesteigerte Übungen

14. Gruppenübungen

15. Selbstübungen zur Stimulierung der Schallwahrnehmung

LESEPROBE: 1. Brief einer Mutter

„Mein jüngster Sohn Justin, vollkommen blind, ist fünf Jahre alt … als er achtzehn Monate alt war, gaben wir Justin einen Langstock. Die Informationen, die er hierüber erhält, verarbeitet er sehr effektiv. Justin ist ein sehr aktiver, extrovertierter Junge, der Menschen sowie jegliche Arten von Sport liebt. Die Zusammenarbeit mit Daniel brachte unglaubliche Ergebnisse. Wände sind für Justin leicht zu hören. Er hat angefangen, geparkte Autos zu identifizieren, Schaufensterauslagen, andere feste Gegenstände wie Zeitungsständer, Büsche und mehr – alles mithilfe des Schnalzens seiner Zunge. Wenn ich Justin bitte, einen festen Gegenstand zu finden, der kein Geräusch erzeugt, klickt er mit seiner Zunge und bewegt sich in die entsprechende Richtung. Sobald er sich dem fraglichen Gegenstand nähert, wird er sogar schneller und selbstsicherer. Es gelingt ihm schließlich, kurz davor anzuhalten. Die Freude auf seinem Gesicht, wenn er das entdeckt, was er gefunden hat, ist unvergleichlich. Neulich bat mein Mann Justin, ihm zu sagen, wann die Struktur des Zaunes entlang der Straße sich ändern würde. Mit schnalzender Zunge war es Justin möglich, ihm zu sagen, wo und wann der Zaun sich von Backstein zu Schmiedeeisen ändert. Wir konnten beobachten, wie Justin von sich aus als Kleinkind Echoortung anwendete. Ich bin mir nicht sicher, wie viel Justin von dem verstand, was er da tat oder wie weit er es von sich aus entwickelt hätte. Ich weiß, dass ich oftmals von erwachsenen Blinden gehört habe, dass sie bis zu einem gewissen Grad Echoortung nutzen. Im Falle von Justin ist sein Potential in diesem Bereich durch das strukturierte Training und den Unterricht erheblich gefördert worden. Er hat einen effektiveren Umgang und eine sehr gute Nutzungsmöglichkeit der Echoortung kennengelernt, wie es sonst nicht der Fall gewesen wäre. […] Wahrscheinlich ist meine größte Stärke die, dass ich meinem Sohn soziale Fertigkeiten beibringen kann. Mir liegt dieser Bereich sehr am Herzen und positive Auswirkungen dessen zeigen sich in dem wer Justin wird. Man spricht äußerst positiv über ihn, er ist sehr extrovertiert, selbstsicher und von seinen Freunden und Klassenkameraden geschätzt. Sein Zungenklick fällt kaum auf. Ich denke, wenn man sich nicht gerade sehr auf das Klickgeräusch konzentriert, würde man es noch nicht einmal bemerken. Okay, wären sie blind, würde es ihnen sicherlich irgendwie auffallen, ich schreibe jedoch aus der Perspektive eines vollsichtigen Menschen. Es fällt kaum auf. Das Zungeklicken erinnert in keinster Weise an Verhaltensstereotypien.

ÜBER DEN AUTOR

Daniel Kish ist Mitbegründer und Präsident von „World Access for the Blind“, einer in Kalifornien ansässigen Organisation, deren Augenmerk auf der Entwicklung innovativer Ansätze zur Verbesserung der Funktionalität blinder Menschen liegt. Er hat einen Magisterabschluss in Psychologie und in Sonderpädagogik. Darüber hinaus ist er zertifizierter Orientierungs- und Mobilitätslehrer.

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