Inklusion im Alltag

For those who can‘t

Inklusion im Alltag

Inklusion im Alltag

Alltag als Herausforderung

Der Alltag mit einem sehbehinderten Kind stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen. Und das ist auch gut so! Oft haben sehbehinderte Kinder keine Aufgaben im Alltag zu erledigen. Es ist verständlich, dass Eltern ihren Kindern alles abnehmen möchten, sie lieber spielen lassen möchten, Hörbücher hören, Geschichten vorlesen usw. Alles was dem Kind ein schönes wohliges Nest beschert. Doch es ist falsch, dem Kind keine Aufgaben zu geben. Es ist für jedes Kind unglaublich wichtig, sich gebraucht zu fühlen und eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Natürlich wird nicht alles perfekt sein und es geht bestimmt mal etwas kaputt, das Kind verletzt sich vielleicht ein wenig, aber die Erfahrungen sind letztlich das was uns ausmacht.

Der Alltag bietet wichtige Erfahrungen

Um eine gesunde Psyche zu entwickeln, muss man sich Herausforderungen stellen und diese lernen zu bewältigen. Sehbehinderte Kinder sind in ihrem Alltag vor viele Herausforderungen gestellt. Eltern und Umgebung müssen lernen, ihnen nicht alles abzunehmen, auch wenn es oft schwerfallen mag. Keiner lässt sein Kind einfach auf eine heiße Herdplatte fassen, aber vorsichtig einen Kaktus befühlen, dass sollte schon erlaubt sein. Sehbehinderte Kinder brauchen viel Feedback über ihre Umgebung und über sich selbst. Leider fördern die meisten Krankenkassen sehr wenig. Man muss Alles selbst erfragen und zum eigenen Experten für sein Kind werden. Während bei Kinderärzten stets über Angebote für Kinder ohne Einschränkungen angeboten werden, sucht man Angebote für Kinder mit Sehbehinderungen vergebens. 

Der Ernst des Lebens beginnt

Spätestens bei der Frage nach einer geeigneten Grundschule wird es schwierig. Inklusion an Schulen ist noch sehr selten. Oftmals ist ein Umzug nötig. Es ist sehr wichtig, dass Kinder nicht voneinander ferngehalten werden, bloß, weil irgendwelche Körperteile vielleicht nicht so funktionieren wie sie es könnten. Es darf da keine Zweiklassengesellschaft aufkommen. Alle Kinder sind gleich viel wert und müssen auch so behandelt werden können. Dazu bedarf es Schulungen für alle Beteiligten, die selbstverständlich sein sollten! Beim kindlichen Lernen kommen 80% aller Umwelteindrücke aus dem visuellen Bereich, der Rest teilt sich auf in die Bereiche Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Gleichgewicht und Tiefenwahrnehmung.  

Es kann jeden treffen

Bloß weil man selbst nicht betroffen ist, heißt es nicht, dass man kein Verständnis aufbringen kann und sich nicht engagieren kann. Wer sich schon einmal ein Bein gebrochen hat, an Krücken ging, im Rollstuhl saß, der kann sich wohl noch erinnern, wie schwer plötzlich der Alltag war. Welche Hindernisse plötzlich da waren. Und wie man sich geärgert hat, zum Beispiel über eine einfache Treppe. Die meisten Leute haben kein Interesse an „Problemen“ die sie nicht selbst betreffen. Inklusion sollte selbstverständlich sein. Lasst uns gemeinsam die Welt verbessern!

 

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