Was ist das Besondere an der Technik von Echoortung/ Klicksonar?

Mit dem Begriff Klicksonar wird eine aktive bildgebende Echoortung bezeichnet. Sie ermöglicht blinden Menschen aktiver am Leben teilzunehmen. So können sie zum Beispiel Rad fahren oder eine Wanderung unternehmen und benötigen für diese Aktivitäten weder einen Blindenhund noch eine Begleitung. Die Technik arbeitet mithilfe des Echos ihres eigenen Zungenschnalzens. Diese löst im Gehirn eine Reaktion aus, die wie ein sehähnliches Phänomen beschrieben wird.

Echoortung/ Klicksonar und das akustische Sehen

Die Technik von Klicksonar kann somit auch als akustisches Sehen bezeichnet werden. Das Echo fällt zurück und durch einen Zungenklick entsteht ein dreidimensionales Bild. Es bezieht sich auf die Umgebung. Der Vorgang ist ähnlich, wie bei sehenden Menschen. Das akustische Sehen bezieht sich auf einen Umkreis von knapp 200 Metern. Bei jedem Zungenklick wird blitzartig die gesamte Umwelt festgehalten. Der blinde Mensch kann sich so in jeder Umgebung orientieren und sich in Eigenregie navigieren. Der Alltag wird erleichtert und er wird für sein gesamtes Umfeld geradezu sensibilisiert.

Das Gehirn ist für das Sehen verantwortlich

Forschern wissen schon seit Jahrzehnten, dass nicht unsere Augen, sondern unser Gehirn für unser Sehen verantwortlich ist. Genau diese Tatsache war einst die Grundlage für Klicksonar. Im Endeffekt spielt es gar keine Rolle, wie der Mensch die Umwelt wahrnimmt. Es ist also egal, ob er nun Bilder ans Gehirn sendet oder akustische Signale, die er in Bilder umsetzt. Das Gehirn ist ein komplexer Apparat, der sich schnell an neue Situationen anpasst. Erreicht das zurückfallende Echo das Gehirn, dann lernt das Gehirn mit diesem Echo umzugehen. Es generiert eine Art Bild. Die Reaktion im Gehirn ist somit ähnlich wie bei sehenden Menschen. Nur diese regenerieren die Bilder nicht aus einem zurückfallenden Echo, sondern aus Lichtsignalen.

Das Verhältnis der Schallquellen muss stimmen

Die Basis für Klicksonar bildet ein festes Verhältnis zwischen den Schallquellen. Dieses Verhältnis ist optimal zwischen dem Mund als Schallquelle und dem Ohr als Schallempfänger. Nur diese Akzeptanz ist entscheidend dafür, dass die Echoinformationen im Gehirn eine Bilderzeugung auslösen. Ähnliche Forschungen mit anderen Schallquellen blieben fast wirkungslos. Erkundet der blinde Mensch die Umgebung mit einem Stock, dann entstehen auch hier Geräusche. Doch diese liegen viel zu weit weg vom Ohr. Sie werden schon abseits des Ohres generiert. Dadurch werden verzerrte und weniger exakte Informationen zurückgegeben. Zudem strahlen die Geräusche des Stockes in verschiedene Richtungen ab. Der Stock dient somit nur zur Orientierung.

Der Zungenklick ist eine optimale Schallquelle

Klicksonar baut auf ein festes Schallverhältnis auf. Dieses Verhältnis muss garantieren, dass exakt in der Tonhöhe die Lautstärke und vor allem die Richtung gesteuert werden können. Das ist zum Beispiel beim Stockgeräusch nicht der Fall, da hier alle Geräusche in verschiedene Richtungen abstrahlen. Forscher konnten nachweisen, dass eine geübte Person die Geräusche sogar in zwei Kategorien einteilt. Nach der Einteilung werden die Geräusche dann auch in zwei verschiedene Gehirnregionen weitergegeben. Genau an dieser Stelle liegt die Schnittmenge zwischen einer blinden Person und einer sehenden Person. Was diese Personen hören, wird unmittelbar zum Gehirn geschickt. Die bewussten Geräusche erreichen den Hörbereich des Gehirnes. Die abgetrennten Echos kommen dagegen im Seh-Bereich des Gehirnes an. Hier werden sie dann zu einem Bild verarbeitet. Dieser Vorgang wird gerne mit dem Giesen von Gips in eine Form verglichen. So wie auch der Gips sich der Form anpasst, so nimmt auch das Echo die Form seiner Umgebung an.

 

Die Basis für Klicksonar

Anders Sehen e.V. wurde von Steffen Zimmermann und Ellen Schweizer im Jahr 2011 gegründet. Der Verein gab Klicksonar in Deutschland einen Namen und möchte als Initiator der Klicksonar Technik genannt werden.

Der Erfolg von Echoortung/ Klicksonar

Der beste Beweis für den dauerhaften Erfolg von Klicksonar ist Daniel Kish. Er wurde mit retinalem Krebs geboren. Die Ärzte retteten sein Leben. Doch im Alter von 13 Monaten mussten die Ärzte seine Augen entfernen. Hier spricht Daniel Kish über die Anwendung von Klicksonar-Technik. Schon in jungen Jahren machte der Krebspatient ein Klickgeräusch mit der Zunge. Es hatte den Anschein, dass das Klickgeräusch ihm half sich besser zurechtzufinden. Daniel Kish ist mittlerweile im mittleren Alter seines Lebens angekommen. Dank dieser Form der Echoortung navigiert er wie eine Fledermaus. Sein Gehirn regeneriert die Bilder so gut, dass er sogar im öffentlichen Verkehr mit dem Fahrrad fahren kann. Das Beispiel von Kish zeigt, dass Klicksonar bei Kindern schon angewandt werden kann. Sie profitieren ihr gesamtes Leben davon.

Was kann das geistige Auge wahrnehmen?

Jeder Mensch nimmt natürlich die Bilder des geistigen Auges individuell wahr. Das ist auch bei sehenden Menschen der Fall. Man kann Klicksonar und die Wahrnehmung anschaulich vergleichen. Jeder Klick wird wie eine Art schwacher Blitz einer Kamera wahrgenommen. Der Nutzer von Klicksonar konstruiert daraus ein dreidimensionales Bild. Dieses dreidimensionale Bild bezieht sich auf seine direkte Umgebung und auf einen Bereich von knapp hundert Metern in jede Richtung. Die Wahrnehmungen in der Nähe sind anders als die Wahrnehmungen in der Ferne. So kann der Nutzer von Klicksonar in direkter Nähe zum Beispiel einen Stock mit einer Stärke von 2,5 cm wahrnehmen. Autos und Bäume erkennt er mit dem geistigen Auge in einer Nähe von 5 Metern. Häuser nimmt er dagegen erst bei knapp 50 Metern wahr. Hier bekommst Du detaillierte Informationen über FlashSonar und wie das Wahrnehmen im Alltag funktioniert

Radfahren mit Echoortung/ Klicksonar

Mit Klicksonar lernen blinde Menschen sogar das Fahrradfahren. Damit ist Klicksonar bei Kindern eine echte Revolution. Gerade in der Kindheit gehört das Radfahren einfach dazu. Doch blinde Kinder blieben hier bisher immer außen vor. Dank Klicksonar nehmen sie jetzt aktiv am Leben teil. Auch beim Fahrradfahren funktioniert die Technik der besonderen Echoortung. Unter dem folgenden Link wird das Radfahren über die Klicktechnik erklärt.

Das Ganze ist sehr spannend, aber es fordert vom Nutzer von Klicksonar eine äußerst hohe Konzentration. Diese muss während des gesamten Fahrens hochgehalten werden. Fokussiert ist die Konzentration auf die gesamte Akustik in der Umgebung. Zweimal in der Sekunde klickt der Nutzer von Klicksonar. Das Klicken liegt beim Radfahren über dem Durchschnitt. Es wird mehr geklickt als üblich. Es entsteht somit eine ganze Flut an geistigen Bildern. Auch diese Wahrnehmung erfordert eine hohe Konzentration. Trotzdem lauern beim Radfahren mit Klicksonar auch keine höheren Gefahren als beim normalen Radfahren. An dieser Stelle wird gerne das Beispiel aus der Kindheit angebracht. Blinde Kinder klettern ebenso gerne wie sehende Kinder. Trotzdem verletzen sie sich dabei auch nicht mehr als sehende Kinder. Das Ganze bestätigt, dass die meisten Ängste im Leben völlig unbegründet sind. Wichtig ist beim Radfahren nur, dass man sich durchweg konzentriert. Dadurch wird die Unfallgefahr erheblich minimiert.

Die Aneignung von Echoortung/ Klicksonar

Viele sind skeptisch, wenn es um die Aneignung von Klicksonar geht. Doch auch diese Skepsis ist völlig unbegründet. Die Daten aus der Praxis zeigen, dass man sich die Technik von Klicksonar sehr schnell aneignen kann. Klicksonar bei Kindern lässt sich oft noch schneller in die Praxis umsetzen, da Kinder nachweislich viel schneller lernen als Erwachsene. World Access ist das beste Beispiel dafür. Die Mitarbeiter von World Access haben knapp tausend Schüler in über 30 Ländern in der Methode von Klicksonar unterrichtet. Sie lernten erstaunlich schnell. Daraus kann man schließen, dass Klicksonar sich für jeden Menschen eignet. Es ist nur eine Frage der Übung und der Konzentration.


Forschungsstand, Fachwissen und Studien

Der aktuelle Forschungsstand von Echoortung/ Klicksonar

Der aktuelle Forschungsstand von Klicksonar zeigt, dass diese Form der Echoortung schon sehr gut ausgereift ist. Doch es gibt immer wieder Verbesserungen. Durch die Anwendung kann man das Verfahren auch sehr gut analysieren. Die Nutzer von Klicksonar geben hier wertvolle Tipps, die zur Umsetzung und Ausreifung des Verfahrens beitragen. Eigentlich basiert Klicksonar auf eine Echoortung, die auf den Menschen zugeschnitten ist. Vor jedem Zungenklick werden Schallwellen erzeugt. Sie befinden sich in der gesamten Umgebung. Von den Oberflächen ringsherum prallen sie zurück und gelangen direkt ins menschliche Ohr. Dort kommen sie wie ein abgeschwächtes Echo an. Dieses Echo wird dann vom Gehirn wahrgenommen und in Bilder verarbeitet. In diesem Moment findet eine Art Kommunikation zwischen dem Nutzer von Klicksonar und seiner Umwelt statt.

Die neuronale Erklärung

Die Nutzer von Klicksonar sind immer wieder überrascht darüber, wie schnell sie sich die Methode aneignen. Auch die Skeptiker überrascht, dass es im Gebrauch von Klicksonar keine negativen Erfahrungen gibt. Die Erklärung dafür scheint in der Entwicklung des Menschen zu liegen. Neuronal gesehen, trägt jeder Mensch die Fähigkeit der Echoortung in sich. Ob er diese auch aktiviert oder benutzt, hängt vom eigenen Gebrauch ab. Früher gab es kein Licht und keine künstliche Beleuchtung. Die Menschen mussten sich auch in tiefer Nacht orientieren und konnten dies problemlos. Müssen wir uns heute jedoch in einem dunklen Raum zurechtfinden, dann ecken wir überall an. Halten wir uns jedoch länger in diesem dunklen Raum auf, dann lernen wir uns zu orientieren. Irgendwann finden wir uns dort ohne Licht zurecht. Wir finden Wege und Möglichkeiten uns zu bewegen ohne dabei an Gegenstände anzustoßen. Das belegt, dass die neuronale Basis in jedem Menschen vorhanden ist. Es beweist zudem, dass die Fähigkeit des Sehens nicht in den Augen der Menschen liegt, sondern in den Gehirnen.

Echoortung/ Klicksonar auch ohne visuelle Erinnerung

Es gibt Menschen, die sind seit ihrer Geburt blind. Andere wurden während ihrer Kindheit blind. Einige Menschen verloren ihr Augenlicht erst im mittleren Alter. Die Gründe für die Blindheit sind vielfältig. Es können zum Beispiel Krankheiten dahinterstecken oder die Blindheit kann in Folge von Unfällen und Verletzungen der Augen auftreten. Klicksonar und Klicksonar bei Kindern macht hier keinen Unterschied. Die Praxis hat gezeigt, dass man Klicksonar bei allen blinden Menschen anwenden kann. Ihre Anwendung ist somit unabhängig davon, wie man sein Augenlicht verloren hat. Es spielt auch keine Rolle, ob man seit der Kindheit blind ist oder die Blindheit erst im Alter aufgetreten ist. Wer Klicksonar nutzen will, der benötigt keine visuelle Erinnerung. Es ist auch nicht leichter oder schwerer Klicksonar anzuwenden, wenn man eine visuelle Erinnerung hat.

Echoortung/ Klicksonar und die Orientierung

Es ist erstaunlich, was Klicksonar alles bewegt. Wer die Nutzer von Klicksonar begleitet, der kommt oftmals aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es ist fast unvorstellbar, dass blinde Menschen sich mithilfe von Klicksonar so gut orientieren können. Bei einem Vortrag in Tübingen ließ ein Nutzer von Klicksonar einen ganzen Saal sprachlos zurück. Er erklärte den Zuschauern, dass der Raum nur aus dünnen und nicht aus tragenden Wänden gebaut wurde. Im hinteren Teil des Saales befand sich eine Betonsäule und der Blinde scherzte darüber, dass man sich dahinter sehr gut verstecken könnte. Er bemerkte auch die vollgepackten ersten Sitzreihen. Diese Bemerkungen und Feststellung machte er, als die Menschen im Saal noch in Bewegung waren. Dadurch erklärt sich auch, dass die Umgebung nicht still sein muss. Die Orientierung an den kurzen Schnalzlauten ist auch dann gewährleistet. Der Nutzer von Klicksonar kann in seinem Kopf ein Bild aufbauen, dass im hilft sich im Raum zu orientieren.


Echoortung/ Klicksonar bei Kindern

Klicksonar bei Kindern kann ohne große Probleme zum Einsatz kommen. Kinder, die Klicksonar nutzen, machen oft erstaunlich schnelle Fortschritte. Kommt Klicksonar bei Kindern schon früh zum Einsatz, dann können sie ihr ganzes Leben darauf aufbauen. Klicksonar bei Kindern funktioniert reibungslos. Allerdings sind hier auch die Eltern gefragt. Sie müssen den Kindern keine direkte Hilfestellung bei der Nutzung von Klicksonar geben. Es ist jedoch wichtig, dass sie die Aussagen ihrer Kinder ernst nehmen. Letzteres ist leider nicht immer so leicht umsetzbar. Nehmen wir einen kleinen Jungen im Vorschulalter. Er ist blind und oftmals auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Dann nutzt er Klicksonar bei Kindern. Die Eltern sind zunächst skeptisch. Diese Skepsis übertragen sie auch an ihren Sohn. Der Sohn beginnt mithilfe von Klicksonar bei Kindern die Umwelt zu beschreiben. Die Eltern sind in diesem Moment so erstaunt, dass sie an der Beschreibung der Kinder zweifeln. Das Video hilft Dir dabei Klicksonar bei Kindern besser zu verstehen

Immer den Kindern Glauben schenken

Beginnt ein Kind mithilfe von Klicksonar an seine Umwelt zu beschreiben, dann sollten Eltern sie ernst nehmen und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Dabei muss die eigene Erstauntheit außen vorbleiben. Eine erfolgreiche Nutzung von Klicksonar bei Kindern setzt voraus, dass die Kinder in so einem Fall genügend Aufmerksamkeit bekommen. Das stärkt sie nicht nur. Es erleichtert auch den Umgang von Klicksonar bei Kindern. Wissenschaftler zeigen auf, dass schon das Auftreten der eigenen Füße auf den Boden bei Menschen Bilder entstehen lässt. Kinder, die ernst genommen werden, lernen so auch ihrem eigenen Gehör Vertrauen zu schenken. Wer seinem eigenen Gehör traut, der vertraut auch den Echos. So ist Klicksonar bei Kindern im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel.

Echoortung/ Klicksonar bei Kindern ist ein Glücksfall für die Wissenschaft

Die Anwendung von Klicksonar bei Kindern ist für Forscher ein echter Glücksfall. Kinder lernen in dem meisten Fällen die Technik von Klicksonar schneller als Erwachsene. Sie sind seit ihrer Kindheit an die Technik gewöhnt. Somit bieten sie Wissenschaftlern ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten. Das gilt insbesondere bei der Optimierung und der Perfektionierung von Klicksonar. Es sind Verhaltensexperimente die hier ganz automatisch stattfinden und somit nicht an Menschen oder Tieren erprobt werden müssen. Die Experimente sind völlig ungefährlich. Sie finden meist automatisch innerhalb der Nutzung von Klicksonar bei Kindern statt. So werden zum Beispiel die Hirnaktivitäten gemessen. Meist sind es ganz einfache Basiswerte, die in speziellen Arbeitsgruppen erörtert werden und so wichtige Erkenntnisse liefern. Auf diesen Arbeiten und Erkenntnissen kann Klicksonar dann weiterentwickelt und optimiert werden.


Forschungen im Bereich von spät und früh erblindeten Personen

An der Universität von West Ontario gibt es ein ganzes Forscherteam, welches sich mit der Entwicklung von Klicksonar beschäftig. Unter der Leitung von Melvyn Goodale wird Klicksonar hier weiterentwickelt. Melvyn Goodale ist Direktor des Zentrums für Gehirn und Geist. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Vergleich zweier Personen. Die eine Person ist seit der Geburt blind und die andere Person hat sein Augenlicht erst im Alter von 14 Jahren verloren. Beide Personen unterzogen sich Messungen und Untersuchungen zu den Hirnaktivitäten. Diese Hirnaktivitäten fanden im visuellen Bereich und im auditiven Bereich statt. Beide Bereiche reagierten auf die Echolaute. Auf Basis dieser Ergebnisse kamen die Forscher zum Schluss, dass man das Gehirn als eine Art plastischen Bereich sehen muss. Fällt somit ein Sinnesreiz aus, dann sucht das Gehirn automatisch nach anderen Hirnregionen und nutzt die offenbar freiwerdenden Hirnkapazitäten. Der Junge, der im Alter von 14 Jahren blind wurde, kann dadurch ebenfalls Klicksonar nutzen. Sind die visuellen Bilder nicht abrufbar, die durch das Sehen mit den Augen entstehen, dann sucht man sich eben andere Möglichkeiten. In diesem Fall regeneriert man die visuellen Bilder dann mithilfe der Echoortung.

Die Forschung im Vergleich von Taubheit und Blindheit

In der Forschung liegt der Bereich der Taubheit und der Blindheit dicht zusammen, obwohl sie sich eigentlich auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren. Die Forschungsgruppe der Universität von West Ontario hat auch hierzu eine umfassende Studie erstellt. Das Sehen und das Hören sind beides Sinne und genau hier liegt ihre Gemeinsamkeit. Die Forscher fanden heraus, dass ein Bereich des Gehirnes aufgrund dieser Tatsache zu einer Art Wirt für einen anderen Sinnesreiz werden kann. Man spricht hier auch von einer Art Gastarbeiter-Funktion. So beobachteten die Forscher Katzen, die von Geburt an taub waren. Die Tiere zeigten bei Versuchen ein viel besser funktionierendes peripheres Sehen. Zudem verfügten sie über eine viel schnellere Erkennung von Bewegungen. In weiteren Versuchen schalteten die Forschen den auditiven Kortex der tauben Katzen aus. Dafür kühlten sie den auditiven Bereich auf zehn Grad Celsius ab. Prompt verloren die Katzen ihre herausragende Sehkraft. In weiteren Tests zeigten die Katzen die gleichen Ergebnisse wie ihre gesunden Artgenossen.

Die Aktivierung des visuellen Kortex

Den Forschern war schon früh bekannt, dass blinde Menschen ihren visuellen Kortext aktivieren, wenn sie Vibrationen und Geräusche wahrnehmen und diese verarbeiten. Auf dieser Basis führten die Forscher weitere Experimente durch. In der Natur ließen sie zwei Probanden ein Auto, einen Pfahl und einen Baum beklicken. Dabei wurden alle Umgebungsgeräusche und Ortungsgeräusche mit kleinen Mikrofonen aufgenommen. Diese Mikrofone brachten sie im Ohr der beiden Probanden an. Sie bekamen später die Tondateien im Hirnscanner mithilfe eines Kopfhörers vorgespielt. Beide Personen reagierten unmittelbar darauf. Sie zeigten direkt eine starke Aktivität und Regung im visuellen Kortex. Die Forscher brachten einen Gegenversuch auf den Weg. Dabei konnte belegt werden, dass beide Versuchspersonen den Pfahl beschreiben konnten. Sie sahen ihn fürmlich vor sich. Die Reaktion des visuellen Kortex war dagegen deutlich schwächer, als den Probanden digital manipulierte Tondateien vorgespielt wurden. Diese Tondateien waren unfein. Der Widerhall war eher hart. Die Klicklaute kamen in einer anderen Tonlage an. Der auditive Kortex wies dagegen keinen Unterschied auf. Hier zeigte sich bei den beiden Dateien exakt die gleiche Aktivität.

Basierende Versuche mit sehenden Menschen

Die Forscher führten die gleichen Kontrollversuche mit sehenden Probanden durch. Sie spielten ihnen die gleichen Tondateien vor. Dabei wurde ihr Gehirn gescannt. Die Ergebnisse zeigten einen ähnlichen Verlauf. Auch die Forscher hörten sich die beiden Tondateien an. Dabei mussten sie zugeben, dass auch sie den Unterschied der beiden Tondateien nicht hören konnten. Der Unterschied der beiden Tondateien zeigt nur eine minimale Abweichung in der Wahrnehmung. Grundsätzlich können Menschen diese Abweichung wahrnehmen. Allerdings müssen untrainierte Personen die Wahrnehmung üben. Sie müssen sie antrainieren. Als die sehenden Probanden die Wahrnehmung über eine gewisse Zeit hinweg trainierten, konnten sie leichte Abweichungen wahrnehmen. Jedoch gelang es ihnen nicht eine Abweichung zwischen dem Auto, dem Pfahl oder dem Baum wahrzunehmen.

Die Sehkraft ist der Schall

Die Forscher und die Versuchspersonen kommen bei all ihren Experimenten und Versuchen immer wieder zu dem Schluss, dass es eigentlich falsch ist vom Sehen zu reden. Das Sehen ist eigentlich nicht das, was wir mit dem Auge tun. Im eigentlichen Sinn ist das Sehen eine Wahrnehmung. Von ihrem primären Sinneseindruck ist sie völlig unabhängig. Doch das Sehen entsteht durch die Wahrnehmung mit den Sinnen. Also selbst, wenn die Augen ausfallen, können wir noch immer mit den anderen Sinnen sehen. Auch, wenn das Sehen hier auf andere Art und Weise stattfindet. Wir erzeugen Bilder, die wir vor uns sehen und an denen wir uns orientieren.

Die Glaubwürdigkeit von Echoortung/ Klicksonar

Wahrscheinlich warst auch Du am Anfang überrascht oder sogar sprachlos, als Du von Klicksonar und Klicksonar bei Kindern gehört hast. Es klingt ja auch nicht gerade glaubwürdig, wenn Menschen plötzlich behaupten, dass sie wieder sehen können. Es ist ähnliche bei Menschen, die nicht laufen können und auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Können sie plötzlich wieder laufen, dann kommen oftmals Zweifel auf. Diese gehen sogar dahin, dass man nicht mehr glaubt, dass vorab eine Erkrankung vorgelegen hat. Die Zweifler wollen eine Erklärung und am besten auf wissenschaftlicher Basis. Diese Erklärung kann Klicksonar vorweisen und präsentiert sogar belegbare wissenschaftliche Studien und Forschungen dazu. Das Klicksonar funktioniert ist wissenschaftlich belegt. Da ist es erst einmal egal, ob es unglaubwürdig klingt! Hier siehst Du Beispiele dafür, dass Klicksonar funktioniert.

Der unerforschte Bereich von Echoortung/ Klicksonar

Klicksonar befindet sich in einer ständigen Optimierung. Doch trotz aller Versuche und Experimente bleiben noch immer viele offene Fragen. Auch liefern die Versuche nicht für jede Funktion eine wissenschaftliche Erklärung. Es ist mittlerweile belegt und erwiesen, dass die Ortung des Echos im visuellen Kortex verarbeitet wird. Das liegt daran, dass sich dort noch freie Kapazitäten befinden. Es ist aber völlig unklar, wie die eigentliche Umstrukturierung im Gehirn funktioniert. Möglich wäre, dass ein bestimmter Kortex für das räumliche Verständnis zuständig ist. D.h., dass die räumliche Wahrnehmung in einer anderen Verantwortung liegt. Aber einen Beleg dafür gibt es noch nicht. Die Forscher nehmen nun den Aufbau des visuellen Kortex unter die Lupe. Sie sind sich sicher, dass hier die Netzhaut abgebildet wird. Womöglich orientiert sich das Echoortungssystem daran.


Fragen und Antworten

Wer von Klicksonar hört, der hat meist eine Menge Fragen. Nachfolgend erhältst Du wichtige Antworten.

Wo liegt der Unterschied zwischen Echoortung/ Klicksonar und anderen Wahrnehmungsmöglichkeiten?

Blinde Menschen orientieren sich an verschiedenen Wahrnehmungen. Bei der Echoortung liegt jedoch eine besondere Wahrnehmung vor. Ohne Echoortung erkundet der blinde Mensch den Raum nacheinander. Er nimmt ein Detail auf, erkundet es und geht zum nächsten Detail über. Es wird also alles nacheinander erkundet und so wird es auch erst nacheinander verstanden. Der blinde Mensch nimmt einen bestimmten Orientierungspunkt wahr. Er erkundet ihn, versteht ihn und geht dann weiter zum nächsten Orientierungspunkt. Jedes wahrgenommene Detail bildet somit einen eigenen Orientierungspunkt für ihn. Diese Punkte reihen sich wie bei einer Perlenkette aneinander. Der blinde Mensch nimmt diese Ortsinformationen mithilfe seiner Hände oder durch den Langstock war. Dadurch kann er sich nur unter sehr großem Aufwand einen Überblick verschaffen. In den meisten Fällen ist dies sogar unmöglich und er verliert dann komplett den Überblick. Das ist typisch, wenn er sich zum Beispiel in einem Park oder entlang einer Straße aufhält. Hier kommt nun Klicksonar ins Spiel. Mit Klicksonar kannst Du jedes Objekt und jeden Ort in seiner materiellen und räumlichen Beschaffenheit erfassen. Das Ganze wird insgesamt und dreidimensional erfasst. Du nimmst Dank Klicksonar den gesamten Kontext wahr. Hast Du Erfahrung mit Klicksonar, dann kannst Du sogar den gesamten Kontext richtig interpretieren. Was Du dann siehst ist eine Art Abbild von dem, was sehende Menschen sehen. Das Abbild zeigt Materialbeschaffenheit, Dimensionen und Entfernungen. Klicksonar ist damit eine Art natürliche Methode. So bedient sich Klicksonar an Fähigkeiten der Wahrnehmung, die sowieso schon vorhanden und angelegt sind.

Warum nutzt man nicht Hand oder Stock?

Diese aktive Echoortung von Klicksonar kannst Du nur über einen Zungenklick erreichen. Die Echoortung durch die Hände oder über einen Stock ist nicht so hoch. Du musst Dir bewusst machen, dass Klicksonar auf einen Sender und einen Empfänger beruht. Das Ohr ist in diesem Fall der Empfänger und die Zunge ist der Sender. Der Aufbau von Strukturen im Gehirn ist nur möglich, wenn es ein festes Verhältnis zwischen dem Sender und dem Empfänger gibt. Ist das Verhältnis gegeben, dann entsteht ein scharfes und verlässliches Bild der Umgebung. Du musst Dir zudem vorstellen, dass ein beweglicher Sender, wie zum Beispiel Gehgeräusche, ein Stock oder das Schnalzen der Finger immer nur in unterschiedlichen Entfernungen zum Ohr stattfinden können. Die Folge ist, dass ein verschobenes und somit auch ein unscharfes Bild entsteht. Diese Bild kann das Gehirn nicht zuverlässig wahrnehmen.

Wo liegen die Vorteile des Zungenklicks?

Die Echoortung über den Zungenklick ist für die Funktion von Klicksonar absolut notwendig. Doch darüber hinaus bringt der Zungenklick noch weitere Vorteile. Er wird extrem leise erzeugt. Das ist besonders wichtig, da sonst aus den Echos ein wildes Durcheinander entstehen würde. Das gilt vor allem in geschlossen Räumen. Zudem strahlt er nur nach vorne und nicht in alle Richtungen ab. Ein weiterer Vorteil ist die variable Tonhöhe. Bei größeren Entfernungen ist die Tonhöhe tiefer. Im nahen Bereich ist sie dagegen hoch. Das führt im Nahbereich zu einer besseren und feineren Erkundung. Der Zungenklick ist zudem nicht auf die Hände angewiesen. So sind auch Aktivitäten möglich, die zwei freie Hände erfordern. Zudem wird der Zungenklick in Kopfhöhe abgestrahlt. Hier herrscht in der Regel eine freie Umgebung. Am Boden oder in Höhe der Hüfte sieht es ganz aus. Dort gibt es immer wieder Hindernisse oder der Boden könnte eventuell reflektieren. Unter dem nachfolgenden Link findest Du ein Interview mit Daniel Kish. Quelle: https://www.anderes-sehen.de/akustische-orientierung-mobilitat/aktive-echoortung-flash-sonar/ (letzter Aufruf 12.01.2019). Hier gibt er Tipps zum Gebrauch im Alltag und erklärt die Funktion von Klicksonar.

Wie wird der Zungenklick richtig erzeugt?

Du wirst kaum eine Vorstellung von dem Wort Zungenklick haben. Das ist absolut verständlich. Selbst Experten können das Erzeugen eines Zungenklicks kaum richtig beschreiben. Der Klick wird eigentlich mit dem Kopf gesteuert. Der Kopf wird dabei in die Richtung des Gegenstandes gerichtet. Der Zungenklick erfolgt im vorderen Bereich und oben am Gaumen. Er erfolgt kurz und weich. Er wird nicht durch das Schmatzen oder durch das Glucken erzeugt. Während der Erzeugung befindet sich die Spitze der Zunge im oberen Bereich der Schneidezähne. Sie wird praktisch kurz hinter der Spitze gegen den Gaumen gedrückt. In dem Moment, in der die Zunge unter Spannung steht, muss der Mund geöffnet werden. Der Kiefer bewegt sich leicht. So entsteht über der Zunge ein Hohlraum. Mithilfe der angespannten Zunge wird so ein Vakuum erzeugt. Wird nun die Zunge plötzlich heruntergezogen, dann entsteht ein Ton. Dieser klingt bei kurzen Distanzen unter zehn Metern wie ein klackender Frosch. Insgesamt ist der Ton heller und der Mund bekommt eine Form, die einem breiten Lächeln ähnelt. Bei einer Entfernung von über zehn Metern wird der Ton tiefer und lauter. Der Mund sieht in der Form dann aus wie ein O.

Ist Echoortung/ Klicksonar ein Ersatz für den Langstock?

Diese Frage wird von den Experten klar mit nein beantwortet. Der Langstock dient dazu sich im Bereich der Füße zu orientieren. So erstastet man mit ihm zum Beispiel Löcher auf Wegen und Straßen, Unebenheiten des Bodens oder Stufen in Bodenhöhe. Klicksonar und Klicksonar bei Kindern hat dagegen eine ganz andere Funktion. Mit Klicksonar wird das Sehen auf Distanz ermöglicht. Somit kann man mit Klicksonar seine Umgebung erkunden. Es dient zur Orientierung auf Plätzen, an Straßen oder in Räumen. Dabei muss man mit Klicksonar noch nicht einmal den Raum erwandern. Optimal ist ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen der Nutzung des Langstockes und der Echoortung über Klicksonar.

Müssen die Nutzer von Echoortung/ Klicksonar besondere Kenntnisse mitbringen?

Du musst keine besonderen Kenntnisse oder Talente mitbringen, um Klicksonar zu nutzen. Auch Klicksonar bei Kindern kann ohne Vorkenntnisse zur Anwendung kommen. Die Mitarbeiter, die blinde Menschen in der Anwendung von Klicksonar geschult haben, konnten allgemein feststellen, dass blinde Menschen grundsätzlich eine hohe Begabung in Bezug auf die Echoortung haben. Sie eignen sich diese Echoortung autodidaktisch an. Das geschieht völlig unabhängig von ihrem Alter, ihrer Intelligenz oder ihrem Bildungsstand. Natürlich gab es auch unter den blinden Menschen einige, die eine höhere natürliche Begabung mitbrachten. Trotzdem kann jeder diese Technik erlernen. Klicksonar und seine Mitarbeiter legen einen großen Wert darauf, dass Klicksonar nicht nur talentierteren und intelligenteren Menschen vorbehalten ist. Sie wollen, dass alle blinden Menschen diese Technik erlernen können. Die Echoortung kann sich jeder Mensch aneignen. So ist Klicksonar bei Kindern auch ein Verfahren, das die gesamte Orientierung verändert. Klicksonar lässt blinde Menschen aktiver am Leben teilnehmen. Die ganze Mobilität verändert sich.

Wie alt muss man sein, um Echoortung/ Klicksonar nutzen zu können?

Du bist nie zu alt oder noch zu jung, um Klicksonar nutzen zu können. Klicksonar bei Kindern beginnt sogar schon im Säuglingsalter. Es ist so, dass Eltern immer eine Art Vorbildfunktion für die Kinder darstellen. Das Kind orientiert sich daran, was die Eltern vorleben. So funktioniert Klicksonar bei Kindern ganz einfach über die Vorgabe der Eltern oder anderer Bezugspersonen. Die Technik kann dann mit zunehmendem Alter verfeinert werden. Je früher Klicksonar bei Kindern zur Anwendung kommt, desto besser kann die Technik erlernt werden.

Können Kleinkinder überhaupt schon einen Zungenklick erzeugen?

Klicksonar bei Kindern benötigt ein gewisses Maß an Übung. Selbstverständlich kann ein Kleinkind noch nicht so optimiert mit der Zunge schnalzen wie ein Erwachsener. Doch das wird für die Anwendung von Klicksonar bei Kindern auch gar nicht erwartet. Kinder müssen das Schnalzen der Zunge richtig einordnen. Es muss verstehen, dass der Klick zu seiner Orientierung gedacht ist. Das Kind bekommt im Laufe der Zeit selbst ein Gefühl dafür. Bei Klicksonar bei Kindern geht es am Anfang nur darum, dass der Klick spielerisch ausgeübt wird. Die Perfektion lernt das Kind später ganz automatisch. Es muss noch nicht einmal ein Klick erzeugt werden. Hier reichen schon einfache Laute. Dieses Verfahren kennt man zum Beispiel auch, wenn man Pferde dressiert oder generell mit Pferden arbeitet. Hier reicht es schon aus, wenn der Laut aus zwei bis drei Konsonanten besteht. Auf kurzer Distanz wird auch dann ein Echo erzeugt. Bei Klicksonar bei Kindern ist die oberste Priorität, dass die Geräusche, die im Mund entstehen zur Wahrnehmung verstanden werden.

Kann Echoortung/ Klicksonar auch bei Späterblindeten zum Einsatz kommen?

Ja, Klicksonar ist auch für späterblindete Menschen bestens geeignet. Versuche in der Praxis haben gezeigt, dass die Erinnerungen an das Sehen und deren Bilder vermutlich mit den Bildern der Echoortung vermengt werden. Diese Tatsache ist für den Nutzer nicht immer direkt erkennbar. Er glaubt nur, dass er noch viel besser sieht. Doch das tut er faktisch gar nicht. Lediglich hilft das Restsehen dabei, dass das Bild der Echoortung besser interpretiert wird.

Kann ich Echoortung/ Klicksonar auch mit Gehörproblemen nutzen?

Es ist natürlich ein großer Vorteil bei der Nutzung von Klicksonar, wenn das Gehör einwandfrei funktioniert. Schon ein durchschnittliches Gehör liefert bei der Nutzung von Klicksonar optimale Ergebnisse. Doch können auch Menschen mit einem unterdurchschnittlichen und schlechten Gehör die Echos im Gehirn verwerten und somit Klicksonar problemlos nutzen.

Woher kommt Echoortung/ Klicksonar eigentlich?

Das Phänomen des Zungenklickens soll es schon seit mehr als 100 Jahren geben. Die Forschung begann mit den ersten Studien vor knapp 60 Jahren. Klicksonar ist seit mehr als 20 Jahren in den USA populär. Daniel Kish begann schon in der Kindheit mit dem Erlernen der Technik. Seither dokumentiert er die Ergebnisse. Seit 2011 ist Klicksonar auch in Deutschland verbreitet.

Wie setzt sich der Begriff Echoortung/ Klicksonar zusammen?

Das Wort Klicksonar setzt sich aus Klick und Sonar zusammen. Mit dem Klick ist das Schnalzen der Zunge gemeint. Gerade beim harten Schnalzen entsteht ein Klickgeräusch. Der Begriff Sonar bezieht sich auf die Sonartechnik. Die Bezeichnung Klicksonar ist international geschützt. Sie steht stellvertretend für die Echoortung mithilfe des Zungenklicks und der Weitergabe des Echos über das Ohr zum Gehirn.

Benötigt man für die Nutzung von Echoortung/ Klicksonar ein Gerät?

Klicksonar und Klicksonar bei Kindern funktioniert ohne Gerät. Bei der Auflösung würde die Nutzung eines Gerätes durchaus Vorteile haben. Doch Experten legen Wert darauf, dass Klicksonar ohne Gerät zur Anwendung kommt. Das hat gute Gründe! Nach häufigem Anwenden dieser Technik, funktioniert das optimale Sehen durch Wahrnehmung nur, weil es in Eigenregie mit der eigenen Zunge durchgeführt wird. Ein Gerät würde zudem nur Nachteile bringen, da es immer auch eine Stromversorgung benötigt oder über einen Akku oder eine Batterie betrieben werden kann. Es müsste auch ein Regler für die Lautstärke und die Tonlage besitzen. Die Lautstärke und der Tonregler müssten dann mit der Hand bedient werden. Durch die fehlende oder eingeschränkte Hand, wären einige Aktivitäten so nicht mehr möglich.


Ideen und Anleitung für den Alltag

Echoortung/ Klicksonar braucht Übung

Grundsätzlich kann jeder sofort und überall mit Klicksonar beginnen. Er wird durch geschulte Mitarbeiter angelernt. Die erlernte Technik ist schon nach wenigen Anwendungen einsetzbar und umsetzbar. Doch zur Optimierung braucht es ganz einfach nur Übung. Je öfter man Klicksonar nutzt, desto mehr kann man das Sehen der Bilder optimieren. Mit der Zeit ist es Normalität, dass man so die Welt entdeckt.

Sport mit Echoortung/ Klicksonar

Blinde Menschen waren bisher in Bezug auf Sport sehr eingeschränkt. Viele Sportarten können Blinde nur unter bestimmten Voraussetzungen oder gar nicht ausüben. Dank Klicksonar sind jetzt mehr Aktivitäten möglich. Letztendlich muss jeder ganz individuell seine sportlichen Grenzen erkennen. Früher wäre es ja auch kaum denkbar gewesen, dass ein blinder Mensch mit einem Fahrrad fährt. Hier gilt: Man muss es einfach ausprobieren. Wichtig ist nur die optimale Beherrschung der Technik. Zudem sollte eine hohe Konzentration mitgebracht werden. Wer neue Sportarten ausüben will, der sollte fit und ausgeschlafen sein. Das erhöht die Konzentration automatisch.

Das optimale Zusammenspiel von Orientierung und Echoortung

Du willst die Anwendung von Klicksonar optimieren? Dann darfst Du bei der Echoortung nicht die Orientierung aus den Augen verlieren. Auch hier macht Übung den Meister. Stell Dir vor, dass Du in einem Park spazieren gehst. Mithilfe der Echoortung erkundest Du den Park schon beim Betreten. Du musst ihn also gar nicht zuvor begehen. Du siehst Dich um und in Deinem Kopf entstehen Bilder. Du siehst also auf Distanz. Nutzt Du nun nur Klicksonar, dann fehlt Dir am Boden jegliche Orientierung. Du erkennst also weder Bodenunebenheiten noch Löcher. Es könnte zu einem Sturz kommen. Daher ist es wichtig, dass beide Techniken harmonisch zusammenspielen. Hier kannst Du nachlesen, wie das optimale Zusammenspiel von Orientierung und Echoortung im Alltag ablaufen kann.

Das Lernen von richtungweisenden Worten

Auch blinde Menschen sollten schnell Lernen, die richtungweisenden Worte anzuwenden. So bekommt der Körper ein eigenes Gefühl. Befindet sich zum Beispiel ein Gegenstand neben Deinem Knie, dann solltest Du sagen, dass der Gegenstand sich rechts oder links neben Deinem Knie befindet. Auch die Worte hinten und vorne sollten oft zur Anwendung kommen. Das hilft dem Körper bei der Wahrnehmung. Lass Dir also von anderen Menschen beim Navigieren helfen. Bitte sie um genaue Navigationsbeschreibungen.

Echoortung/ Klicksonar bei Kindern mit Wortspielen unterstützen

Klicksonar bei Kindern kann man zum Beispiel durch Wortspiele unterstützen. Hier empfehlen sich Kinderlieder, die einzelne Körperteile benennen. So bekommen blinde Kinder im Laufe der Zeit ein ganz eigenes Körpergefühl. Das hilft ihnen dabei Klicksonar optimal zu nutzen. Das Navigieren und Orientieren bezieht so den eigenen Körper mit ein. Der Körper bildet nun die Basis, um die Umwelt zu entdecken.

Die richtige Navigation

Es ist wichtig, dass Du als blinder Mensch auch Deine Mitmenschen aktiv mit in die Nutzung von Klicksonar einbeziehst. Auf Dauer wirst Du natürlich nicht auf Hilfe angewiesen sein, denn Klicksonar hilft Dir ja dabei eigenständig zu funktionieren. In der Lernphase sollten andere Personen die blinden Menschen durch einen Raum navigieren. Klicksonar bei Kindern baut auf dieser Navigation auf. Die Person die navigiert, sollte immer die Position des blinden Menschen voranstellen. Der empfängt so zum Beispiel die Informationen: Bewege Dich nach rechts, geh geradeaus oder dreh Dich nach links. Alle anderen Navigationsanweisungen würden auch gar keinen Sinn machen. Der Blinde könnte sie eh nicht wirklich verstehen oder sogar falsch interpretieren. Das Erlernen der Navigation hilft Dir bei der optimalen Nutzung von Klicksonar.

Helligkeit und Dunkelheit nutzen

Einige blinde Menschen können die Helligkeit wahrnehmen und so auch den Gegensatz zur Dunkelheit erkennen. Wer blinde Menschen beim Erlernen von Klicksonar unterstützt, der sollte beim Navigieren auch die Angabe von hell und dunkel nutzen. Blinde nehmen dann in Räumen ein Fenster wahr. So erklärt man dann zum Beispiel, dass sich das Fenster rechts oder links im Raum befindet. Klicksonar bei Kindern kann so zum Beispiel mit einer Taschenlampe unterstützt werden. Auch hier hat die Richtungsangabe oberste Priorität. Dadurch wird dauerhaft die Wahrnehmung erleichtert. Gerade bei Kindern, die Lichtquellen wahrnehmen können, wird das Zurechtfinden später viel leichter sein.

Lernen Geräusche zu erkennen und richtig zu interpretieren

Wer Klicksonar bei Kindern optimieren will, der sollte den Kindern die Wahrnehmung von Geräuschen anerziehen. Das geht ganz einfach. Eltern können überall und immer im Alltag Hinweise geben und einbauen. Wer schon früh damit beginnt, der erreicht eine Automatisierung. Geht man zum Beispiel entlang einer Straße, dann erzeugt der fließende Verkehr zahlreiche verschiedene Geräusche. Das Kind kann diese Geräusche nicht wirklich einschätzen. Es nimmt sie nur wahr. Diese Wahrnehmung kann man optimieren. So sagt man dem blinden Kind zum Beispiel, dass nun ein LKW, ein Roller oder ein Auto vorbeifährt. Das Kind lernt so spielend die Geräusche zu unterscheiden. Aber auch im Raum sollten Eltern dem blinden Kind immer wieder Hinweise zu Geräuschen geben. So könnte zum Beispiel der Kühlschrank in der Ecke summen oder der Wasserhahn im Bad tropfen. Hier sollte man wirklich jedes Geräusch mit einbeziehen. Das kann auch das Hupen eines Autos oder das Schnurren einer Katze sein. Wenn das Kind älter wird, kann es alle Geräusche zuordnen und bekommt ein optimales Wahrnehmungsgefühl. Das bildet den Grundstein für die Nutzung von Klicksonar bei Kindern. Hier kannst Du nachlesen, wie Daniel Kish effektiv kontinuierliche Übungen sind.

Den Klang erkennen

Blinde Menschen haben ein ganz anderes Gefühl für Klang als sehende Menschen. Auch die Wahrnehmung von Klang kann man unterstützen. Das gilt insbesondere bei blinden Kindern. Die können die Wahrnehmung des Klanges sogar spielend lernen. Man braucht dazu nur einige Bauklötze. Das Kind wirft die Klötze auf verschiedene Ziele. Das kann der Fliesenboden, ein Karton oder eine Dose sein. Das blinde Kind wartet darauf, dass der Klotz nachdem Werfen sein Ziel erreicht. Jedes Ziel hat einen anderen Klang. So kann das Kind schon nach kurzer Zeit seine Umgebung durch den unterschiedlichen Klang erkunden. Dieses Spiel ist auch eine beliebte Übung bei blinden Erwachsenen. Auch sie können so die Unterschiede des Klanges erkennen und sich so orientieren. All diese Übungen unterstützen die Anwendung von Klicksonar. Jede Form der Wahrnehmung ist eine Art Grundlage für die Nutzung von Klicksonar. Sie aktiviert und trainiert das komplette Wahrnehmungssystem. Je ausgeprägter es ist, desto schneller erfolgt die Wahrnehmung über den Zungenklick. Die Unterscheidung des Klangs unterstützt zudem die spätere Orientierung mit dem Langstock. So harmoniert dann auch die Orientierung durch den Langstock mit der Orientierung durch den Zungenklick. Wie überall gilt auch hier. Je öfter diese Anwendung trainiert wird, desto leichter geht sie von der Hand!

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