Du suchst Spielideen für blinde Kinder oder Kinder mit einer starken Sehbehinderung? Super, dann bist du hier genau richtig. Denn egal ob Du Pädagoge, Omma oder Trainer bist und nach Spielideen suchst oder ob du vielleicht einen Kindergeburtstag planst und ein betroffenes Kind eingeladen wurde, hier findest Du Spielideen für blinde Kinder:

Fußball geht immer!

Fußball kannst Du mit blinden und nicht blinden Kindern spielen, obwohl das zunächst unüberbrückbarer erscheint als Du denkst. Dieses Spiel erfordert ein gewisses Feingefühl, das nicht nur sehbeeinträchtigte Kinder herausfordert. Mittlerweile gibt es Trainingshallten, die auch sehbeeinträchtigten Kindern den Fußballsport auf sensible Weise näherbringen möchten. Um die Teamfähigkeit zu fördern, werden sehfähingen Kindern die Augen verbunden, sie müssen sich daran gewöhnen, den Ball ohne ihren Sehsinn zu finden. Diese Technik kannst Du mit blinden, nachtblinden und sehfähigen Kindern anwenden. Den sehfähigen Teilnehmern verbindest Du die Augen, sie treten dann mit ihren sehbeeinträchtigten Mannschaftkolleginnen und –kollegen an. Dieses Gemeinschaftsspiel stärkt die Sensibilität zwischen sehbeeinträchtigten, blinden und sehfähigen Kindern. Es ist erstaunlich, wie geschickt sehbeeinträchtigte Kinder mit ihrem Handicap umgehen.

Finde mich

Du kannst sehenden Kindern helfen, dass sie ihre Umgebung mit all ihren Fähigkeiten, jedoch ohne ihren Sehsinn, besser wahrnehmen. Das alt bewehrte Spiel, ‚Finde mich‘, bietet sich dafür an. Einem Kind verbindest Du die Augen und dieses sucht dann die anderen. Die Kinder müssen dem Suchenden geschickt ausweichen ohne diesem davonzulaufen.
Dieses ‚Finde mich‘ kannst Du folglich mit sehenden und sehbeeinträchtigten Kindern spielen. Blinden Kindern gibst Du vorab die Möglichkeit, ihren Spielbereich kennenzulernen. Die Kinder müssen erkunden dürfen, wo sich Unebenheiten am Boden befinden, wie auf einer Wiese. Zudem müssen sie wissen, wo Sträucher sind. Achte darauf, dass kein Kind über eine Delle oder über eine Wurzel stolpert.
Bei diesem Spiel sollten auch sehfähige Kinder dabei sein, sie sind nicht so geschickt mit verbunden Augen, ihre blinden Mitspieler sind ihnen natürlich überlegen. Das tut dem Spiel keinen Abbruch, denn hier lernen Blinde und nicht Blinde sowie Sehbeeinträchtige miteinander umzugehen.

Sackhüpfen

Sackhüpfen, am besten auf einem selbst aufgebauten Parcours, ist nicht nur für sehende Kinder möglich. Wenn Du sehenden Kindern die Augen verbunden hast, versuchen die Kinder die Hindernisse zu umgeben, blinde Kinder werden selbstverständlich leichter ihren Weg zwischen ihnen finden. Damit kein Kind verletzt wird, sind weiche Hindernisse erforderlich. Dafür dienen Dir ausgepolsterte Kartoffelsäcke und hiervon besorgst Du ausreichend viele.
Bevor die Kinder das Spiel beginnen, verbindest Du den sehenden Kindern die Augen. Danach stellst Du sie hintereinander auf und legst ihre Hände auf die Schulter des Vordermannes. Und nun dürfen die Kinder auf ein Zeichen, das Du ihnen beispielsweise mit einer Trillerpfeife gibst, vorwärtsgehen. Du oder eine andere Person fordert ein sehendes Kind auf, die Gruppe über den Parcours zu führen. Wenn die Kinder ein Gespür für den Standort der Hindernisse bekommen haben, kann das Sackhüpfen beginnen.
Das ist ein spielerisches Training für sehende Kinder, zu erleben, wie sich ihre blinden Freunde im Alltag zurechtfinden müssen und wie sie ihnen helfen können. Dazu trägt das sehfähige Kind, das sie über den Parcours führt, Verantwortung über eine ganze Gruppe.

Seilhüpfen mit der Rasselbande

Seilhüpfen mit einer Rasselbande ist ein lustiges Spiel. Wenn das Seil geschwungen wird, müssen Kinder wissen, ob sich eine Person zu nahe bei ihnen befindet, sonst kommt es meist zu kleinen Pannen. Blinde Kinder erkennen die Gefahren recht schnell. Wenn sehenden Kindern die Augen verbunden werden, führt das eben zu solchen Pannen. Damit es nicht dazu kommt, achtest Du darauf, dass die Kinder die notwendige Distanz zueinander halten.
Das Seilspringen wird noch lustiger, wenn ein Kind einen Takt vorgibt, in welchem Rhythmus Seil gesprungen werden soll. Dazu gibt es kleine Befehle, wie etwa beim Seilspringen die Hände überkreuzen und wieder normal springen und wieder die Hände überkreuzen und so weiter.
Seilspringen ist auch laufend möglich, das macht Spaß und geht flott. Natürlich ist dafür zu sorgen, dass die Kinder eine große, freie Fläche haben. Am besten ist laufendes Seilspringen im Freien durchzuführen.

Spielideen für blinde Kinder bei Regenwetter

Bei Regenwetter können auch ruhige Spiele angegangen werden wie etwa mit dreidimensionalen Memorykarten. Diese kannst Du selbst herstellen. Schneide Quadrate aus Karton aus, forme kleine Noppen aus Papier und tränke sie mit Tapetenkleister. Klebe sie anschließend in Blindenschrift auf die Pappquadrate. Bestreiche Quadrate aus Papier mit Tapetenkleister und lege sie über die Noppen. Wiederhole das, damit mehrere Schichten Papier. Achte darauf, dass die Noppen noch gut zu spüren sind. Beim Memory Spielen sagst Du den Kindern, wenn sie eine Karte gezogen haben, welcher Buchstabe darauf steht.
Auf diese Weise lernen blinde und nicht blinde Kinder das Blindenalphabet spielerisch. Dieses Spiel ist sogar für Erwachsene eine kleine Herausforderung, bei der sie das Blindenalphabet erlernen.

Himmel und Hölle

Himmel und Hölle ist für sehbehinderte Kinder genauso ein Spaß wie für ihre sehenden Freunde. Ein Wäscheseil wird in vorher abgemessenen Abständen verknotet, zurechtgeschnitten und dann auf den Boden gelegt. Die Eckpunkte sind die Knoten. Nun kannst Du die Leine an jedem Knoten um 90 Grad abknicken und erhältst somit Quadrate, die Du aneinander reist. Trage mit Kreide Zahlen ein.
Die sehenden Kinder erkennen die Himmel-und-Hölle-Formation und was in den Quadraten steht. Damit auch die blinden Kinder wissen, welche Ziffern in den Quadraten stehen, wendest Du einen Trick an. Nimm ein Stück Pappe und klebe mit Zahnstochern die Himmel-und-Hölle-Formation nach, klebe auch die Zahlen ein. Die blinden Kinder können sich auf der Pappe ihr Himmel-und-Hölle-Spiel ertasten. Verbinde auch den sehenden Kindern die Augen und lasse sie erraten, was sie ertastet haben. Wenn die sehenden Kinder über die Felder von Himmel und Hölle springen, lässt Du ihnen die Augen verbunden.
Natürlich müssen die Kinder, ob blind oder sehend, die Spielfelder von Himmel und Hölle beim Springen erfühlen können, deshalb sollten sie barfuß sein. Sorge dafür, dass sie gegebenenfalls Strümpfe mitbringen.

 

Fähnchenspiel in der Turnhalle

In einer Sporthalle oder einer anderen Räumlichkeit, die groß genug ist, ist das Fähnchenspiel auch Sehbeeinträchtigten zu empfehlen. Dazu wird einem Kind ein leichtes Tuch in die Hand gegeben. Das Tuch besteht am besten aus einem dünnen Material, damit es schon bei der geringsten Bewegung zu wehen beginnt. Die anderen Kinder müssen dieses Tuch nachher, wenn das Spiel beginnt, ergreifen.
Das Kind mit dem Tuch in der Hand stellt sich in die Mitte der Sporthalle auf, die anderen stellen sich in einem großen Abstand hinter diesem auf. Das Kind mit dem Tuch läuft auf ein Kommando los, die anderen laufen hinterher, um das Tuch zu erhaschen. Damit das Spiel funktioniert, dürfen es nicht mehr als drei bis fünf Fänger sein, so dass sie die Fahnenträger nicht gleich einkreisen können.
Wenn es erwünscht ist, dass das Tuch möglichst schnell erhascht wird und ständig ein neues Spiel beginnt, dürfen es getrost mehr Spieler sein.

Geschicklichkeitsspiel: Hin-und-Her-Ball

Hin-und-Her-Ball ist ein Geschicklichkeitsspiel. Dazu setzen sich die Kinder in einen Kreis und halten dabei Abstand voneinander. Der Abstand beträgt dabei Armlänge. Die Kinder sitzen in dem Kreis mit dem Rücken nach außen. Ein Kind bekommt einen Ball in die Hände gelegt. Diesen Ball hält es mit beiden Händen fest. Auf einen Zuruf fängt das Kind an, den Ball hin und her zu bewegen. Das Kind daneben versucht den Ball zu ergreifen.
Der Ball darf nicht so festgehalten werden, dass die Kinder darum kämpfen müssen. Bei diesem Spiel geht es darum, dass erkannt wird, in welche Richtung der Ball bewegt wird und das Kind den Ball ergreifen kann. Sobald ein Kind den Ball erwischt hat, erfasst es ihn und verfährt ebenso. Es bewegt den Ball nach allen Richtungen und das nächste Kind versucht den Ball zu ergreifen.
Für mehr Schwung sorgt die schnelle Version. Dabei sitzen die Teilnehmer nicht, sondern ein Kind hält den Ball und läuft auf ein Signal los, die anderen folgen. Wem es gelingt den Ball zu ergreifen, der läuft mit ihm weg, und die anderen der Gruppe versuchen den Ball zu erhaschen. Wenn dem Ballträger der Ball entnommen wird, ist er ausgeschieden. Das geht so weiter, bis nur noch zwei Kinder auf dem Spielfeld sind. Das Kind, das zuletzt den Ball in der Hand hat, ist der Sieger.
Beim Hin-und-Her-Ball in der schnellen Version ist einer der Erwachsenen der Schiedsrichter, der darauf achtet, wie sich die Teilnehmer verhalten.
Wenn sehfähige Kinder mitspielen, solltest Du vorher mit ihnen proben. Es reicht, wenn diese mit verbunden Augen dieses Spiel, ob im Kreis sitzend oder laufend, einmal durchspielen.

Trampolin wird von Kindern geliebt

Mit einem Trampolin lässt sich so einiges anfangen. Nacheinander steigen die Kinder auf das Trampolin und beginnen rhythmisch zu hüpfen. Dazu kannst Du Musik einschalten oder Du lässt die Kinder den Rhythmus selbst schlagen. Hierfür kannst Du ihnen echte Musikinstrumente in die Hand gegeben, Trommeln, Rasseln oder Schellen. Es ist wichtig, dass die Kinder den Rhythmus einhalten. Das gleiche gilt für das Kind auf dem Trampolin. Wer auf dem Trampolin hüpft, hält sich nach dem Rhythmus, den die Musik oder die Kinder mit den Instrumenten vorgeben.
Um das Spiel noch lustiger zu gestalten, gibt ein weiteres Kind die Hüpfkommandos an. Das Kind sagt, wann auf beiden und wann nur auf dem linken oder rechten Bein gehüpft werden soll. Jedes Kind darf eine Liedlänge hüpfen, dann kommt das nächste dran. Jedes Kind sollte einmal gehüpft sein, einmal musizieren und einmal Hüpfkommandos geben.
Bis auf das Erklimmen und wieder Verlassen des Trampollins, haben sehfähige Kinder keine Probleme mit diesem Spiel. Bei dieser Art von Trampolinspringen geht es darum, dass Kinder ein besseres Gefühl für einen bestimmten Takt entwickeln und mit echten Musikinstrumenten erste Erfahrungen sammeln.


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